Alternativloses Racial Profiling

Alternativloses Racial Profiling

tl;dr: „Im erkennbaren Gruppenverband auftretende Personen (mit aggressivem / provokativem Verhalten)„. Mit einem solchem Profiling wären alle möglichen Vollidioten jeglichen Geschlechts und jeglicher Herkunft abgedeckt und das Grundgesetz müsste nicht verbogen werden. Da muss man gar nicht nach Haut- und Haarfarbe vorsortieren. Racial Profiling ist nicht alternativlos, auch nicht in einer solchen Nacht, auch nicht in diesem Kontext.

Die Silvesternacht war ein äußerst schlecht gelöstes Dilemma.

Die Silvesternacht 2016/2017 scheint im Gegensatz zum letzten Jahr ohne größere Unsäglichkeiten in Deutschland abgelaufen zu sein. In Köln sorgten 1700 Polizisten dafür, dass sich auf der Domplatte und vor dem Hauptbahnhof die Ereignisse des letzten Jahres nicht wiederholten. Ein absolut ernstgemeintes Danke dafür, dass ihr euch die Nacht um die Ohren geschlagen habt, liebe Ordnungskräfte.

Natürlich wurde der Bereich um den Hauptbahnhof quasi eingezäunt, Besucher wurden kontrolliert. Kontrollen waren selbstverständlich unumgänglich. Die widerlichen Ereignisse der Silvesternacht 2015/16 durften sich nicht wiederholen. Denn diese waren nicht nur schrecklich für die betroffenen Frauen und ihre Angehörigen, sie waren auf der Metaebene eine echte Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Manchmal muss der Rechtsstaat in Form seiner Exekutivorgane eben die Muskeln spielen lassen.

Was mir großes Unbehagen bereitet, ist die Art und Weise, wie anscheinend für Sicherheit gesorgt wurde. Ich beziehe mich insbesondere auf zwei Augenzeugenberichte von Journalisten und den Newsticker des Kölner Stadtanzeigers: Weiterlesen